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Greta Garbo
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Greta Garbo
(Greta Lovisa Gustafsson)
 USA
*18. Sep 1905 in Stockholm
†15. Apr 1990 in New York
  • Schauspieler
  Hits: Gesamt 676 | Monat 14
Eingetragen am: 18.09.13 19:37 letzte Aktualisierung: 18.09.13 19:37
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Kindheit und Jugend

Greta Garbo wurde am 18. September 1905 in Stockholm als jüngstes von drei Kindern von Karl Alfred Gustafsson (1871-1920) und Anna Lovisa Johansson (1872-1944) geboren. Ihre Eltern lebten in angespannten finanziellen Verhältnissen in einem Stockholmer Arbeiterviertel. Das Paar hatte bereits die beiden Kinder Sven Alfred (1898-1967) und Alva Maria (1903-1926). Greta war 14 Jahre alt, als ihr Vater starb. Um die Familie zu unterstützen, arbeitete sie zunächst als tvålflicka („Einseifmädchen“) bei einem Friseur. Ihr Einkommen besserte sich, als sie eine Stelle in dem bekannten Stockholmer Kaufhaus Paul U. Bergström (PUB) erhielt. Sie arbeitete während dieser Zeit gelegentlich als Model für den hauseigenen Katalog. So führte sie für einige Ausgaben verschiedene Damenhüte vor. Nebenbei wirkte sie in zwei kurzen Werbefilmen mit. Schon früh dazu entschlossen, Schauspielerin zu werden, bestand Greta Garbo im September 1922 die Aufnahmeprüfung für die renommierte Schauspielakademie des Königlichen Dramatischen Theaters in Stockholm. Noch Jahrzehnte später erzählte sie, dass sowohl das Vorsprechen als auch die anschließende Aufnahme in die Akademie die aufregendsten und glücklichsten Momente ihres gesamten Lebens gewesen seien.

Im Sommer 1922 trat Greta Garbo, noch als Greta Gustafsson, zum ersten Mal in einer Filmproduktion auf – in der Slapstickkomödie Luffar-Petter. Der Film war eine Amateurproduktion ohne richtige Dramaturgie und markante Charaktere. Doch alle Beteiligten hatten offenbar großen Spaß beim Drehen. In der Akademie wurden derartige Ausflüge ins Filmgeschäft nicht gern gesehen, sodass sie auf weitere derartige Angebote verzichtete.

Noch während der Ausbildung wurde sie jedoch von dem international bekannten schwedischen Regisseur Mauritz Stiller entdeckt, der gerade die Besetzung für die Verfilmung des Romans Gösta Berling von Selma Lagerlöf zusammenstellte. Stiller veranlasste Probeaufnahmen und war von dem natürlichen Talent und der Ausstrahlung der jungen Schauspielerin angetan. Er gab ihr 1923 eine wichtige Nebenrolle in der Produktion von Gösta Berling, der im März 1924 uraufgeführt wurde. Stiller war es auch, der den Künstlernamen Garbo erfand. Über dessen Herkunft wurde früh viel spekuliert. So soll sein Ursprung in dem Wort gaborn („Waldgeist“) liegen. Eine andere gebräuchliche Theorie vertritt die Auffassung, es handle sich um die phonetische Weiterentwicklung des ursprünglichen Vorschlags Mona Gabor, der sich im Nachnamen an einen ehemaligen Fürsten von Siebenbürgen anlehnte.

Gösta Berling wurde ein großer finanzieller und künstlerischer Erfolg. Stiller erhielt eine Einladung nach Deutschland, wo er ein Drama über die Flucht einer jungen russischen Adligen vor der Oktoberrevolution mit dem Titel Die Odaliske von Smolny verfilmen sollte. Im November 1924 verließ Garbo die Schauspiel-Akademie und fuhr mit Stiller nach Bulgarien und in die Türkei, um die richtigen Drehorte zu finden. Am Ende zerschlugen sich die Pläne jedoch. Greta Garbo wirkte stattdessen 1925 in Georg Wilhelm Pabsts Die freudlose Gasse mit.

Im selben Jahr unterschrieb Stiller einen Vertrag mit dem neugegründeten Hollywoodstudio MGM. Greta Garbo begleitete ihren Mentor zu einem Treffen mit Louis B. Mayer, dem Studiochef. Mayer war sehr angetan von der jungen Schwedin und gab ihr einen dreijährigen Studiovertrag. In den ersten beiden Filmen Fluten der Leidenschaft und Dämon Weib wurde Greta Garbo in der Rolle von Südamerikanerinnen mit lockerem Lebenswandel eingesetzt. Die Kritiker entdeckten sofort ihr Talent und priesen die Schauspielerin als aufregende Entdeckung.

Bedeutungsvoll für den weiteren Verlauf ihrer Karriere wurde die Zusammenarbeit mit Kameramann William H. Daniels. Er begriff schnell, dass die Intensität und die Schönheit ihrer Darstellung am besten in extremen Nahaufnahmen zur Geltung kamen. Aufnahmen in der Totalen waren seitdem in Garbo-Filmen eher die Ausnahme. Daniels wirkte bei nahezu allen ihren Filmen mit. Er setzte auch durch, dass die Drehorte (Sets) hermetisch für Besucher und Unbefugte geschlossen wurden, da die Schauspielerin auf Störungen empfindlich reagierte und sich nicht in dem Maße konzentrieren konnte, das sie für nötig erachtete. Nachdem ihre ersten Filme finanziell relativ erfolgreich waren, gelang der Durchbruch als Star 1927 mit Es war, der Greta Garbo erneut als Femme fatale einsetzte. Ihr Filmpartner John Gilbert und sie verliebten sich während der Dreharbeiten ineinander, die Anziehung zwischen ihnen war auf der Leinwand nicht zu übersehen. Der Streifen, der auf einem Stück von Hermann Sudermann basierte, wurde ein großer Kassenerfolg. Garbo arbeitete hier erstmals gemeinsam mit Regisseur Clarence Brown, der später noch oft Regie bei ihren Filmen führte.

Der Erfolg des Films ließ das Publikum und die Produzenten nach einem neuen Garbo-Film rufen. Doch die Schauspielerin war unzufrieden, immer nur – wie sie es nannte – schlechte Weiber zu spielen und lehnte deshalb die Rolle in dem Melodram Women Love Diamonds ab. Greta Garbo war zudem der Meinung, ihre wöchentliche Gage von 500 $ sei zu wenig für einen Star, den jeder auf der Leinwand sehen wolle. Sie streikte sieben Monate lang, bis das Studio ihr Gehalt auf 5000 $ erhöhte und ihr ein breiteres Rollenspektrum garantierte. Unmittelbar danach drehte sie mit John Gilbert eine stark gekürzte Version von Anna Karenina. Von dem Film wurden zwei alternative Enden gedreht: für den amerikanischen Markt ein glückliches Ende, während der Rest der Welt, der mit Tolstois Werk eher vertraut war, den tragischen Schluss der Vorlage zu sehen bekam. Der Film hieß in den USA, dem Happy-End entsprechend, schlicht Love[1] und wurde dort mit dem Slogan Gilbert and Garbo in Love beworben.

Die meisten Stummfilme, die Garbo noch drehte, waren weit davon entfernt, Klassiker des Genres zu werden; sie spielten jedoch nicht nur die Herstellungskosten ein, sondern warfen auch Gewinn ab. In der Regel drehte sich die Handlung um eine junge Frau, die romantische Verwicklungen zwischen einem leidenschaftlichen Liebhaber und dem meist älteren Ehemann – vorzugsweise gespielt von Lewis Stone – bestehen muss. Eine gewisse Ausnahme bildet der Streifen Unsichtbare Fesseln, der Garbo 1929 als junge Amerikanerin mit fortschrittlichen Ideen über die Beziehungen zwischen den Geschlechtern präsentiert. Die Heldin lebt einige Zeit ganz offen mit einem Mann, gespielt von Nils Asther, zusammen, ohne verheiratet zu sein. Die beiden kreuzen auf einem Segelschiff mit dem Namen The All Alone in der Südsee. Auch macht die von Garbo gespielte Filmfigur häufig Spaziergänge allein im Regen. Beides sind mehr oder weniger subtile Anspielungen auf die zurückgezogene und einzelgängerische Attitüde Greta Garbos, die zu ihrem Markenzeichen geworden war.

1930–1932

Mit dem Aufkommen des Tonfilms schien Garbos Stellung als einer der Topstars des Studios in Gefahr. Andere europäische Schauspieler der Zeit wie Vilma Banky, Emil Jannings, Pola Negri oder Lars Hanson scheiterten an der Herausforderung, ein verständliches Englisch zu sprechen. Dazu kam eine gewisse Unsicherheit, ob die herausgehobene Stellung von Greta Garbo nicht durch den Tonfilm gefährdet sei. Die allgemeine Ratlosigkeit brachte die Zeitung Los Angeles Examiner am 18. Januar 1930 auf den Punkt:

Unter den Fans des schwedischen Stars hat das anstehende Tonfilmdebut hitzige Diskussionen ausgelöst. Einige meinen, ihre Faszination werde durch den Ton noch gesteigert, während andere behaupten, die Anziehungskraft der exotischen Schauspielerin liege in ihrer Fähigkeit, beim Publikum durch reine Andeutungen Gefühle zu wecken.

MGM zögerte daher damit, Garbo in einem Tonfilm einzusetzen. Erst als Anfang 1930 die Aufnahmetechnik verbessert war und Garbo ihre Aussprache perfektioniert hatte, wagte man, sie in einer Sprechrolle zu präsentieren. Der Chefproduzent der MGM, Irving Thalberg, versuchte zunächst, für Garbo die Rechte an George Bernard Shaws Stück Die heilige Johanna zu erwerben, was jedoch scheiterte. Die Wahl für das Debüt fiel schließlich 1930 überraschend auf die Rolle der verbitterten, alkoholkranken schwedisch-stämmigen Prostituierten Anna Christie im gleichnamigen Stück von Eugene O'Neill. Garbo tritt erst nach gut einer Viertelstunde auf. Sie setzt sich schweigend hin und spricht dann ihren ersten Dialogsatz mit einem deutlichen englisch-schwedischen Akzent:

Gimme a whiskey, ginger ale on the side and don't be stingy, baby.

Garbo drehte auch eine deutsche Version, von der sie behauptete, sie habe darin ihre beste darstellerische Leistung überhaupt geliefert. Insgesamt agierte die Schauspielerin in der Fassung lebhafter, ihre Aussprache wirkte deutlicher. Der berühmte erste Satz lautete auf Deutsch:

Whiskey, aber nicht zu knapp.

Sie wurde gemeinsam für Anna Christie und Romanze, in dem sie eine italienische Opernsängerin spielte, 1930 für den Oscar nominiert, eine damals noch übliche Praxis, verlor jedoch gegen Norma Shearer, da sich die Stimmen für Greta Garbo auf beide Filme verteilten. Für Garbo folgten 1931 mit Yvonne, Mata Hari und Helgas Fall und Aufstieg weitere Filme, die zwar finanziell erfolgreich waren, die künstlerische Entwicklung der Schwedin aber nicht förderten. Mata Hari, eine romantisierte Biographie der berühmten Spionin, wurde mit erheblichem Aufwand produziert; Chefdesigner Gilbert Adrian entwarf einige der auffälligsten, wenn nicht bizarrsten Kostüme, die Garbo in ihrer gesamten Laufbahn präsentierte. Am Anfang sieht man Garbo in einer Art Bikini, während sie einen exotischen Tanz aufführt. Später trägt sie ein völlig durchsichtiges Negligée, einen Hosenanzug aus Goldlamé und andere Kreationen. Allen gemeinsam ist, dass sie nicht das Geringste mit der eigentlichen Zeit, in der die Handlung spielt, zu tun haben. Spektakulär sind auch die unterschiedlichsten Hüte und Kopfbedeckungen, welche die exotische Aura von Greta Garbo noch unterstützen. Die Handlung selbst hat nur in rudimentären Ansätzen Ähnlichkeit mit den wahren Gegebenheiten. Sie präsentiert Garbo durchweg als selbstbewusste, autonome Frau. Auf die harsche Zurechtweisung des Spionagechefs, sie habe bedingungslos zu gehorchen, antwortet sie im Original:

I am Mata Hari. I am my own master.

Der Film hatte große Probleme mit der Zensur, machte jedoch einen Profit von fast 900.000 $ und wurde so zu einer der finanziell erfolgreichsten Produktionen der Schauspielerin. Als der erste Film Garbos überhaupt hatte Mata Hari eine glanzvolle Galapremiere in Grauman's Chinese Theater erlebt. In der Fachpresse regte sich zudem einige Verwunderung, warum neben Garbo mit Ramon Novarro ein zweiter Name über dem Titel stand. Diese Form des Co-Starring war eher unüblich bei etablierten Stars.

Helgas Fall und Aufstieg setzte Garbo später im Jahr als Amerikanerin mit schwedischem Hintergrund ein, die von daheim wegläuft und nach vielen Irrwegen und Missverständnissen das wahre Glück findet. Zum ersten Mal bekam Garbo mit Clark Gable, dessen kometenhafter Aufstieg in den Monaten zuvor ihn zum begehrtesten Darsteller Hollywoods machte, einen zeitgenössischen, modernen Partner. Die Presse lobte daher auch die Möglichkeit, Garbo in den Armen eines typischen Amerikaners zu sehen. An dem Drehbuch wirkten nicht weniger als 14 Autoren mit, was die unterschiedliche Qualität des Films erklären mag. Im Gegensatz zum inkohärenten Skript war die Kameraarbeit und die Lichtführung innovativ. Sie orientierte sich geschickt an deutschen Vorbildern und tauchte die Szenen in einen scharfen, für MGM-Produktionen ungewöhnlich harten Hell-Dunkel Kontrast. Das Studio wollte Garbo und Gable sofort in der Produktion von Red Dust einsetzen, doch ging die weibliche Rolle am Ende an Jean Harlow. 1932 war die Schauspielerin auf dem Gipfel ihrer Popularität angelangt. Sie verdiente über 302.000 $ und war auf der Liste der zehn kassenträchtigsten Stars auf Platz 5. In Menschen im Hotel spielte Garbo im selben Jahr mit 27 Jahren eine alternde russische Ballerina. In diesem Film sprach sie einen der berühmtesten Filmsätze überhaupt:

I want to be alone.

Ob sie die ideale Besetzung für die Rolle war, darüber wurde bereits nach der Uraufführung heftig debattiert. Garbo war nach Meinung der Kritiker zu jung und zu gut aussehend für den Charakter. Mitunter wurde daher auch behauptet, Joan Crawford habe die beste und intensivste Darstellung des Films geliefert. Garbo hatte trotzdem einige intensive Szenen: sie berührt ihre Perlen und philosophiert über die Vergänglichkeit des Lebens. Sie telefoniert mit dem Geliebten und liebkost zärtlich den Telefonhörer.

Auf jeden Fall war die Vorstellung von Garbo so populär, dass die begabte Komödiantin Marion Davies später im Jahr im Film Blondie of the Follies gemeinsam mit Jimmy Durante eine gekonnte Parodie auf Garbo und John Barrymore ablieferten. Zu den interessanteren, jedoch gleichzeitig auch am wenigsten bekannten Filmen von Greta Garbo gehört der später im Jahr 1932 in den Verleih gebrachte Film Wie Du mich wünschst, eine relativ freie Adaption des gleichnamigen Stücks von Pirandello. Garbo trägt in der ersten Hälfte des Films als Cabaretsängerin Zara eine platinblonde Kurzhaarperücke und Hosenanzüge. Ihre gesamte Darstellung ist nach Meinung vieler Kritiker eine subtile Karikatur der Rollen von Marlene Dietrich. Diese Interpretation erhält zusätzliche Nahrung durch den Umstand, dass der Charakter von Garbo voll und ganz dem strengen Regiment ihres Impresario, dargestellt von Erich von Stroheim, unterworfen ist. Es ist durchaus möglich, darin eine Anspielung auf das Gespann Dietrich/von Sternberg zu sehen. 1932 beendete Garbo ihren laufenden Vertrag, verließ Hollywood für fast ein Jahr und kehrte nach Schweden zurück. Kurz vor ihrer Abreise unterschrieb sie einen neuen, lukrativen Vertrag, der ihr fast völlige künstlerische Freiheit gab. Als erster MGM-Star bekam sie das Recht, eine eigene Produktionsfirma zu gründen.

1933–1936

Garbo kehrte nach über einem Jahr 1933 zurück nach Culver City in die MGM-Studios. Während andere Stars des Studios in bis zu fünf Filmen pro Jahr zu sehen waren, machte MGM aus den raren Leinwandauftritten Garbos Ereignisse, die mit hohem publizistischem Aufwand begleitet wurden. Eine vergleichbar exklusive Stellung nahm nur noch Norma Shearer ein, die als Ehefrau von Produktionschef Irving Thalberg die einzige interne Rivalin darstellte.

Garbos erster Film unter den neuen Bedingungen war Königin Christine. Nachdem zunächst Ernst Lubitsch, der bereits einige historische Filme in Deutschland und Amerika gedreht hatte, als Regisseur im Gespräch war, wurde am Ende Rouben Mamoulian verpflichtet. Zwei Szenen aus dem Werk sind sehr bekannt geworden: zunächst die Szene, in der sich Garbo wie zum Takt eines Metronoms langsam durch einen Raum bewegt und alle Gegenstände zärtlich berührt, die sie an die vergangene Nacht mit dem Geliebten erinnern. Berühmt ist jedoch vor allem die Schlusseinstellung des Films, in der nur das vollkommen ruhige und leere Gesicht der Schauspielerin die Leinwand einnimmt. Der Film war mit fast 1,1 Mio. $ aufwändig produziert und spielte über 650.000 $ Gewinn ein. Damit trug Königin Christine entscheidend dazu bei, dass MGM selbst 1933, dem wirtschaftlich schwersten Jahr der Filmindustrie überhaupt, einen Profit auswies.

Der bunte Schleier aus dem Jahr 1934, frei nach Somerset Maugham, war weder ein finanzieller noch ein künstlerischer Erfolg und stieß auf ein verhaltenes Zuschauerinteresse. Der Film spielt in China. Garbo wirkt als gelangweilte Ehefrau eines Arztes vor den gewaltigen Studiokulissen nicht unbedingt überzeugend. In dem Streifen trägt sie einige der ungewöhnlichsten Kopfbedeckungen der Dreißiger Jahre, eine Art Schwesternhaube; eine Kreation, die unter dem Namen pillbox hat populär wurde.

Garbo ließ ihren nächsten Film von David O. Selznick produzieren. Dessen Vorschlag war, mit Garbo ein zeitgenössisches Stück wie z.B. Opfer einer großen Liebe, The Flame Within, My Antonia oder die Lebensgeschichte der Isadora Duncan zu verfilmen. Das Drehbuch wollte der prominente Autor Philip Barry verfassen, der Selznick sofort anbot, weitere Drehbücher für Garbo zu schreiben. Doch es kam nicht zu einer Einigung. Produzent und Star kamen schließlich überein, eine Neuverfilmung von Anna Karenina zu inszenieren. Die Adaption litt von Anfang an unter den rigiden Zensurvorschriften dieser Zeit. So konnten wichtige Aspekte der Beziehung von Wronsky und Anna nicht einmal angedeutet werden. Wie beinahe üblich bei Garbo-Filmen dieser Zeit gab es zudem endlos viele Änderungen am Drehbuch. Das Endprodukt war eine inhaltlich gestraffte und an die Konventionen von Hollywood angepasste Adaption des Buchs. Der Film war finanziell erfolgreich und brachte ihr die Auszeichnung als beste Schauspielerin des Jahres der New Yorker Filmkritiker ein.

Der heute noch bekannteste Film ist Die Kameliendame aus dem Jahre 1936. Garbo bekam als Partner Hollywoods neuesten Star, Robert Taylor zur Seite gestellt. Dem Film selbst lag ein schon damals veraltetes Stück zugrunde, welches das traurige Schicksal einer edelmütigen Kurtisane mit einem Herz aus Gold schildert. Garbo lieferte nach Meinung der Kritiker eine reich nuancierte Darstellung. Von der mondänen Lebedame am Anfang über die erwachende Liebe zu ihrem Galan bis hin zur Todesszene bot sie eine kontrollierte und in sich stimmige Interpretation. Zu Recht gerühmt wurden ihre Szenen mit Henry Daniell, der einen sadistischen Baron spielt. Beide Schauspieler gestalten eine Szene, bei der sie am Klavier sitzen und der neue Liebhaber an der Tür klingelt, als Kammerspiel auf hohem Niveau. Garbo wurde erneut für den Oscar nominiert, unterlag jedoch zur allgemeinen Überraschung Luise Rainer.

1937–1941

Das Studio setzte Greta Garbo 1937 erneut vor historischem Hintergrund ein. Sie spielte für die Gage von 275.000 $ die polnische Fürstin Maria Walewska, die Geliebte Napoleons (Charles Boyer) in dem Film Maria Walewska. Die Produktionskosten eskalierten und beliefen sich am Ende auf rund 2,7 Mio. $. Damit war dies die teuerste Produktion seit Ben-Hur. Weder die Kritiker noch das Publikum hatten Interesse an der erneuten Darstellung von Garbo als einer Frau, die für die Liebe leidet. Am Ende beliefen sich die roten Zahlen auf über 1,4 Mio. $ und bedeuteten damit den größten Verlust einer MGM Produktion überhaupt. Maria Walewska war einer der wenigen Filme, bei denen William Daniels nicht als Kameramann engagiert wurde. Norma Shearer weigerte sich ausdrücklich, ihn für die Dreharbeiten freizugeben, da sie sich Daniels selber für ihre Produktion von Marie-Antoinette gesichert hatte. Karl Freund, den Garbo noch aus Deutschland kannte, übernahm die Kameraarbeit. Die Unterschiede zu Daniels sind gut erkennbar: Insgesamt überwiegt eine etwas härtere, stärker akzentuierte Lichtführung. Wie schon fast üblich für einen Greta Garbo-Film, konnte sich das Studio nur schwer auf einen Titel einigen. Zur Auswahl standen The Road to Waterloo, Star-Crossed, Less than the Dust, The Night before Waterloo, um nur einige Vorschläge zu nennen. Am fertigen Drehbuch hatten schließlich mindestens 17 gesicherte Autoren mitgearbeitet, ein Rekord für einen Garbo-Film. 1938 fand sich Greta Garbo gemeinsam mit Marlene Dietrich, Katharine Hepburn, Joan Crawford und Mae West in einer Anzeigenkampagne unabhängiger Kinobetreiber auf einer Liste von Schauspielern wieder, die als Kassengift (box-office poison) bezeichnet wurden.

Das Studio beschloss daher, Garbo als Nächstes in einer Komödie einzusetzen. Als Projekt einigte man sich 1939 schließlich auf den Film Ninotschka, bei dem auf ausdrücklichen Wunsch der Schwedin Ernst Lubitsch Regie führte. Am Drehbuch arbeitete auch Billy Wilder. Der Film machte sich gekonnt über Garbos Image als tragische Schauspielerin lustig. Der einfache Slogan Garbo laughs, eine Anspielung auf die Werbung für Anna Christie, reichte aus, die Leute anzulocken. Lubitsch inszenierte den Streifen mit dem üblichen Verve, wobei der meiste Spaß durch die trockene Art Garbos kreiert wurde, wenn sie ihre Dialogsätze sprach. Als sowjetische Kommissarin auf der Suche nach wertvollen Juwelen landet sie in Paris und wird von ihren dortigen Genossen gefragt, wie es denn derzeit in Moskau zugehe. Ihre Antwort fällt kurz aus:

The last mass trials were a great success. There are going to be fewer but better Russians.

Garbo erhielt für den Film ihre vierte Oscar-Nominierung.

Kurze Zeit später lehnte Garbo es ab, im Remake des Ingrid-Bergman-Films En Kvinnas Ansikte von 1938 aufzutreten. Der Stoff wurde als Die Frau mit der Narbe schließlich mit Joan Crawford gedreht. Ebenso zerschlugen sich Pläne, das Leben von Marie Curie mit Garbo in der Hauptrolle zu verfilmen. Das Projekt wurde schließlich mit Greer Garson verwirklicht.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges begannen die ausländischen Märkte, die bislang das Gros der Filmeinnahmen brachten, wegzubrechen. MGM versuchte daher, das Image von Garbo dem amerikanischen Geschmack anzupassen. Die Schauspielerin ließ sich überzeugen, in einer neuen Komödie aufzutreten und wählte aus dem gewaltigen Fundus an Drehbüchern bei MGM ausgerechnet eine leichte Boulevardkomödie von Ludwig Fulda mit den Titel Die Zwillingsschwester. Die Dreharbeiten für Die Frau mit den zwei Gesichtern begannen 1941. Die Publicityabteilung des Studios machte lange vor dem Verleih gewaltige Anstrengungen, der Öffentlichkeit eine völlig neue Garbo zu präsentieren. Eine perfekte Sportlerin, Salondame, Freundin und Geliebte – kurz, das perfekte Mädchen. Die Frau mit den zwei Gesichtern kam am 31. Dezember 1941 und damit kurz nach dem Angriff auf Pearl Harbor in die nationalen Kinos. Der Film wurde von den Kritikern als Flop verrissen. Die namhafte Kritikerin Cecilia Ager beispielsweise reagierte in der Zeitschrift PM mit Entsetzen auf die Taktik des Studios, Garbos Image volkstümlicher zu gestalten und es damit auch zu vulgarisieren:

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2019/04/11 08:23 - Hooligan
nein

2019/04/10 19:57 - sarah1976
muss man hier irgendwelche gebüren zahlen z.b. abo

2019/02/16 16:07 - tommy456
jamie foxx

2019/02/04 12:12 - Arne4010
hallo

2018/07/14 08:04 - Mario
moin

2018/06/16 09:15 - Hooligan
moin

2018/06/12 05:31 - Hooligan
moin

2018/06/11 05:23 - Hooligan
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2018/06/10 11:23 - Hooligan
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